Seda

Seda

Geschlecht:Hündin, kastriert
wartet in:Deutschland, Pflegestelle bei Donauwörth
wartet seit:Nov. 2018 (in Spanien seit Okt. 2018)
geboren am:2016
Größe:ca. 65 cm
Mittelmeerkrankheiten:negativ
Patenschaft:Seda würde sich über eine Patenschaft freuen.
Paten:Manuela Kießling
Besonderheit:ängstlich, schüchtern, katzenverträglich
Adoptionsvoraussetzung: 
letztes Update:28.02.2020

Was wir über Seda erzählen können ...


Oktober 2018

Seda wartet derzeit noch im Refugio Desert Hearts Spain.

Ihr Besitzer wollte sie in die Tötung bringen, hat aber vorher noch im Refugio nachgefragt, ob sie Seda übernehmen würden.

Nun wird Seda im Refugio auf ihre Reise nach Deutschland vorbereitet.

Seda wird als sehr vorsichtig und ängstlich beschrieben.
 

Update 01.12.2018

Seda ist angekommen!

Ende Oktober erhielten unsere Tierschutzkolleginnen vom Refugio Desert Hearts Spain bei Murcia einen Anruf von der Tochter eines Galgueros. Sie bat sie, eine Galga aufzunehmen, die ihr Vater von einem anderen Jäger aus Madrid geschenkt bekommen hatte. Ihr Vater habe keine Verwendung mehr für die junge Hündin und wolle sie schon in der kommenden Woche in die Tötung bringen …

Seda scheint in ihrem kurzen Leben entweder noch nicht allzu gute oder aber gar keine Erfahrungen gemacht zu haben, denn sie ist sehr ängstlich. Am Wochenende ist sie bei uns im Fränkischen Seenland angekommen. Wir geben ihr jetzt die Zeit, die sie braucht, um sich einzugewöhnen, und werden dann weiter berichten.
 

Update 21.12.2018

Und noch ein Umzug: Auch Seda darf Weihnachten auf einem Pflegestellen-Sofa bei Donauwörth verbringen. Das freut uns sehr für sie, denn sie ist noch ganz in ihrer Ängstlichkeit gefangen. Aber auch das wird bei ihrer Pflegefamilie sicher jeden Tag ein kleines Stückchen besser werden.
 

Update 18.07.2019

Seda hat in den sieben Monaten, die sie nun bei ihrer Pflegefamilie lebt, gewaltige Fortschritte gemacht. Die panische Hündin, die sie war und die anfangs vor Angst unter sich gemacht hat, wenn man sich ihr näherte, hat sie weit hinter sich gelassen. 
In den ersten Wochen bei ihrer Pflegefamilie traute sich Seda kaum ihren Platz in einer sicheren Ecke des Wohnzimmers zu verlassen; inzwischen bewegt sie sich freier, lockerer und sucht auch von sich aus den Garten auf, um dort einige Flitzerunden zu drehen. Überhaupt liebt sie das Toben und Rennen sehr, auch im gesicherten Freilauf – da sieht man dann die Lebensfreude durchblitzen und man wird sich bewusst, dass sich in der äußerlich oft noch von Furcht geprägten Seda doch eigentlich eine junge, fröhliche Galga verbirgt, die auch einen ihrem Alter entsprechenden Bewegungsdrang verspürt. Diesem kommt sie immer häufiger, auch im Spiel mit den anderen Hunden nach. Man merkt, dass sie inzwischen an der Gemeinschaft innerhalb der Hundegruppe teilhaben möchte.

Zwar kennt Seda ihren Namen und hört auch darauf, aber noch ist sie im Freilauf mit einer Schleppleine ausgestattet, denn draußen ist ein Abrufen meist noch nicht möglich – da hält sie nach wie vor lieber einen gewissen Sicherheitsabstand zum Menschen. Insgesamt ist auch noch vieles von ihrer Tagesform abhängig: An manchen Tagen zeigt sie sich aufgeschlossener und zugänglicher, an anderen weniger. So lässt sie sich mal anleinen und mal nicht. Solange das noch nicht immer und überall möglich ist, bleibt die Schleppleine vorerst sicherheitshalber besser am Geschirr dran.

Ihrer Bezugsperson gegenüber zeigt sich Seda zunehmend anhänglich, aber der letzte Schritt im Bezug auf Vertrauen ist noch nicht geschafft. Man merkt schon, dass sie ihrem Menschen nahe sein möchte, aber sie bleibt immer noch auf der Hut. Eine falsche, zu hektische Bewegung, ein zu lautes Geräusch und schon ergreift sie die Flucht. Dennoch beginnt sie mehr und mehr mit ihrem Pflegefrauchen zu kommunizieren, um ihr mitzuteilen, was sie möchte. In der Nacht „ruft“ sie manchmal nach ihr, so als wolle sie sichergehen, dass sie noch da ist. Wenn sie dann angesprochen wird, beruhigt sie sich wieder – „Alles gut, ich bin hier; du bist nicht allein.“ Das ist sehr anrührend und geht unter die Haut, ebenso wie die Gelegenheiten, bei denen sie sich zart kraulen und beschmusen lässt. Das sind alles Meilensteine, die schon geschafft sind, aber es liegt immer noch ein weiter Weg vor ihr, der ihren Menschen viel an Geduld und Einfühlungsvermögen abverlangen wird, bis Seda ein unbeschwertes, weitgehend angstfreies Leben führen kann. Dazu werden noch viele kleine Schritte nötig sein. Aber es lohnt sich, diese gemeinsam zu gehen, denn das stärkt das Zugehörigkeitsgefühl ungemein und schweißt zusammen. Die Grundsteine sind gelegt. Nun kommt es nur noch darauf an, dass Seda die richtigen Menschen findet, die den weiteren Weg mit ihr zusammen gehen wollen. 
 

Update 28.02.2020

Mehr als ein halbes Jahr ist seit dem letzten Update vergangen. Höchste Zeit also, wieder einmal von Seda zu berichten. Leider muss jedoch schon an dieser Stelle gesagt werden, dass sich Sedas positive Entwicklung, die zu Anfang zu beobachten war, in der Folgezeit nicht fortgesetzt hat. Sie stagniert, macht immer wieder auch durch Negativerlebnisse Rückschritte und bräuchte daher jetzt dringender denn je ein eigenes Zuhause, in dem mit Geduld und Ruhe an ihre bisherigen Fortschritte angeknüpft und sie in ihrer weiteren Entwicklung gezielt unterstützt werden würde.

Seda ist nach wie vor ein sehr unsicherer, ja ängstlicher Hund, mit einem nicht gut ausgebildeten Selbstbewusstsein. Sie hat sich auf ihrer Pflegestelle eine „Sicherheitsblase“ geschaffen, in der sie sich mit dem täglichen Input um sie herum (bedingt durch die etlichen anderen, zum Teil ebenfalls ängstlichen Pflegehunde, aber auch aufgeschlossenen und zu allerlei Schabernack aufgelegten Junghunde) arrangiert hat.  So verbringt sie den größten Teil des Tages in einer von ihr als sicher bewerteten, erhöhten Liegeposition im hinteren Bereich des Wohnraums (Wand im Rücken), die es ihr erlaubt, das Geschehen um sich herum zu überblicken und sie gleichzeitig vor „Überraschungen“ schützt. Dabei beobachtet sie auch das Spiel der Junghunde und man hat schon den Eindruck, dass sie sich eigentlich gerne daran beteiligen möchte, sich aber einfach noch nicht traut; der letzte Schritt dazu fehlt noch.

Seda nutzt durchaus auch den Garten, aber beim kleinsten Anzeichen von möglicherweise drohender Gefahr (durch überraschende Windböen, laute Geräusche, tief fliegende Vögel, plötzlich eintreffende Besucher) flüchtet sie sofort wieder in ihre schützende Ecke. Aus demselben Grund ist es bis heute selten möglich, Seda zu Spaziergängen mitzunehmen. Erstens ist sie sowieso erst einmal durch die fremde Umgebung überfordert und zweitens gerät sie bei unvorhergesehenen Ereignissen immer noch sehr leicht in Panik. Macht sie mehrere Negativerfahrungen hintereinander, akkumuliert sich die infolgedessen eintretende Adrenalinausschüttung und versetzt Seda in einen kaum mehr ansprechbaren Zustand, in dem man auch nicht mehr auf sie einwirken kann. Solche Situationen können von ihr als so lebensbedrohlich wahrgenommen werden, dass sie nicht mehr ein noch aus weiß und in ihrer Not um sich schnappt. Alles, was man dann noch tun kann, ist, sie möglichst schnell aus dieser Situation herauszuholen und sie in ihre Sicherheitszone zurückzubringen. Als Folge einer derartigen Eskalation hat man dann einen Hund, der noch mehrere Tage danach völlig durch den Wind ist, so dass man es tunlichst vermeiden sollte, sie in dieser Zeit erneutem Stress auszusetzen. In dieser Phase ist es besser, sie wieder zur Ruhe kommen zu lassen, bis sie von sich aus signalisiert, dass sie wieder mit nach draußen bzw. in den Freilauf möchte.

Interessanterweise zeigt sich Seda in der Nacht aber deutlich zugänglicher, lockerer und aufgeschlossener. Die Dunkelheit ist ihr Freund! Es scheint, als würde die Nacht einen schützenden Mantel über Seda breiten.

Sind Hunde wie Seda nun hoffnungslose Fälle, denen man möglichst nicht zu viel an Außenwelt zumuten und sie am besten in ihrer „Sicherheitsblase“, in der sie sich doch augenscheinlich am wohlsten fühlen, belassen sollte?  – Nein! Das sind sie nicht. Auch sie können in ganz kleinen Schritten lernen, dass die Welt da draußen nicht einfach immer nur beängstigend ist, sondern ganz wunderbare Möglichkeiten bereithält. Aber dazu braucht es ausgesprochen geduldige, ruhige und gelassene Menschen, ein ländliches Umfeld und möglichst einen souveränen, unerschütterlichen Ersthund. Man muss auf den ersten Spaziergängen mit einem solchen Hund nicht gleich eine kilometerweite Strecke zurücklegen. Man kann auch einfach von irgendwo, wo es ruhig ist, losgehen und ohne Erwartungshaltung oder „Plan“ sehen, wie weit man in einer bestimmten Zeit kommt: dabei dem Hund die Möglichkeit zum ausgiebigen Schauen geben, lange Steh- und Beobachtungsphasen einplanen, bis das zu beobachtende Objekt, das womöglich am Weitergehen hindert, eingehend studiert und als ungefährlich eingestuft worden ist. Da kann es schon sein, dass man innerhalb einer Stunde kaum weiter als 300 m kommt. Aber das macht nichts, sondern ist bereits als großer Erfolg zu betrachten. Und dann ab nach Hause, in die Sicherheitsblase, um all die vielen neuen Eindrücke des Erlebten in aller Ruhe verarbeiten zu können. Trubel zu Hause ist einer solchen Verarbeitung aber abträglich – Ruhephasen sollten daher auch wirklich Ruhephasen sein.

Wie aber soll man bitte Menschen finden, die sich auf solch ein Geduldspiel einlassen und auch mit möglichen Rückschritten umgehen können? Gibt es die überhaupt? – Aber ja, natürlich gibt es sie! Sie haben Seda nur noch nicht entdeckt. Aber irgendwo da draußen, da ist mit Sicherheit jemand, der Seda zeigen möchte, wie schön das Leben sein kann. Das hört sich womöglich nach viel Arbeit an, aber es ist eine zutiefst erfüllende Aufgabe und das Band des Vertrauens, das auf diese Weise zwischen Mensch und Hund geknüpft wird, wird ein unglaublich enges sein.

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Ansprechpartner:Bianca Seefeld
Email:bianca.seefeld@galgorettung-fs.de
Tel.:09173 79916
Ort:91177 Thalmässing